Wie wird man Doula?

Welche Ausbildungen zur Doula gibt es? Kann man von dem Beruf leben? Wie viel verdient eine Doula? Auf all die Fragen habe ich eine Antwort.

Der Beruf der Doula oder auch Geburtsbegleiterin wird immer bekannter. Viele meiner Klientinnen sind von dem Beruf so begeistert, dass sie mich nach ihrer Niederkunft fragen, wie man denn genau Doula werden kann.

Mein Weg zur Doula

Nach meiner traumatischen Geburt und schwierigen Phase im Wochenbett wusste ich, dass ich es mir zur Aufgabe machen würde, Frauen in ebendieser Lage zu unterstützen und meinen Teil zu wirklich selbstbestimmten Geburten zu leisten.

Ich informierte mich online und entschied mich dann zur Ausbildung bei der „Doula Ausbildung Schweiz“. Leider entsprach die Ausbildung nicht meinen Vorstellungen und ich blieb mit dem Gefühl zurück, nicht genug über die Prozesse im Körper, aber auch übers fundierte Auffangen und Coachen in schwierigen Situationen zu wissen. Aus diesem Grund liess ich mich in verschiedenen Bereichen weiterbilden. Die wichtigste Schule war aber mit Sicherheit die Präsenz bei Geburten.

Welche Vorraussetzungen braucht man, um Doula zu werden?

Viele Ausbildungs-Leiterinnen setzen voraus, dass man selbst geboren haben muss, um Doula zu werden. Der Sinn dahinter besteht darin, dass sich eine Doula so besser in die Gebärende hineinversetzen und von der eigenen Geburtserfahrung weitergeben kann. Diese Haltung steht ganz im Sinne der Geburtstradition, in der Familienmitglieder und Frauen, die bereits geboren hatten, der Gebärenden zur Seite standen.

Andere Ausbildungs-Leiterinnen stellen sich gegen diese Regelung. Sie vertreten die Haltung, dass keine Geburtserfahrung gleich ist und eine Doula, die selbst einen Kaiserschnitt gehabt hat, schliesslich auch Frauen während einer natürlichen Geburt betreut. Die eigene Geburtserfahrung spiele demnach keine Rolle.

Ich persönlich empfinde es als essentiell, dass man sich nicht zur Doula ausbilden lässt, weil der ursprüngliche Berufswunsch einmal Hebamme war und man diesen verpasst hat. Weiter darf es auch niemals darum gehen, sich persönlich mit Neugeborenen umgeben zu wollen oder ein Stückchen dieser magischen Zeit abhaben zu wollen. Eine Doula ist „Dienerin der Frau“ und es sollte ihr ausschliesslich darum gehen, die Gebärende in ihrem Prozess unterstützen zu wollen. Das heisst aber auch, die eigenen Ansichten darüber, was eine gute Geburt ist, in den Hintergrund zu stellen.

Aus praktischer Sicht ist es sinnvoll, mobil zu sein, denn Geburten sind oft auch mitten in der Nacht, wenn kein öffentlicher Verkehr verfügbar ist. Ein Auto macht das Leben der Doula deutlich eifacher. Wer selber Mutter von kleinen Kindern ist, der benötigt weiter ein funktionierendes soziales Netz, da man Geburten nicht planen kann. Ich kann nur als Doula tätig sein, weil mein Mann selbstständig ist und zu unserem Sohn schaut, wenn ich zur Geburt muss.

Welche Doula-Ausbildungen gibt es?

Diese Liste ist nicht vollständig und wird immer weider ergänzt.

In der Schweiz:

Doula Ausbildung SchweizTrogen/ Wädenswil ZH12 Tage3’870 Franken plus 110.- Anmeldegebühr
Malea LinWetzikon/ Bern/ Tessin16 Kurstage6’850 Franken

In Deutschland:

BirthLover27 Tage plus 2 Intensivwochen3.700 € inkl. Verpflegung und Übernachtung
Gesellschaft für GeburtsvorbereitungMünchen & Berlin18 Tage2.470 Euro (GfG-Mitglieder) / 2.770 Euro (Nichtmitglieder) 
Doula Ausbildung Melanie SchöneKarlsruhe, Berlin & Köln8 Tage1850 Euro
Die Bauchflüsterinnen®Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen & Bayern18 Tage2020 Euro
Geburtsgefährtin Mühlhausen & München5 x 2.5 Tage1900 Euro
Die Hüterinnenonline3000 Euro
Postpatum Doulaonline840 Euro
Doulaschule MajaBretten21 Tage2630 Euro

Kann man überhaupt vom Doula-sein leben?

Jein. Es gibt Doulas, die prinzipiell nicht mehr als eine Frau gleichzeitig betreuen. In diesem Fall ist es natürlich nicht möglich, vom Ertrag einer Begleitung zu leben. Wer hauptberuflich Doula sein möchte, muss also je nach Pauschale mindestens vier bis fünf Frauen betreuen – und das ist ganz schön viel! Denn für jede Frau ist eine Doula mindestens vier Wochen auf Abrufbereitschaft.

Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Frauen gleichzeitig gebären, ist äusserst klein – und doch muss die Doula für diesen Fall eine stellvertretende Doula in der Hinterhand haben, der sie in dem Fall auch die Geburtspauschale bezahlt.

Die allermeisten Doulas sind deshalb nicht ausschliesslich Doulas, sondern verdienen mit Geburtsvorbereitung, Schwangerschaftsyoga oder einem branchenfremden Beruf etwas dazu.